SGV-Geseke / Aktuelles und Berichte 2008


 
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Sauerländischer Gebirgs-Verein Abteilung Geseke 1926 e.V.

blickt  zurück auf 40 Jahre der traditionellen Herbstwanderungen nach Niedersfeld

 

Von: Johannes Rudolf

 

Bei einer Tageswanderung im Hochsauerland im Sommer 1967 besuchten die Wanderfreunde der SGV Abteilung Geseke das Ski- und Wanderheim des Gesamt-SGV in Niedersfeld. Hier wurde der Gedanke geboren, im nächsten Jahr eine Zweitageswanderung durchzuführen mit Übernachtung im besagten Ski- und Wanderheim. Gesagt, getan: Am 3. Wochenende im Oktober 1968 machten sich 15 Geseker Wanderfreunde auf den Weg ins Hochsauerland. Die Pkws wurden in der Nähe von Brilon abgestellt, und hier begann die ca. 28 km lange Wanderung nach Niedersfeld. Am Sonntag ging es dann auf einer anderen ca. 24 km langen Wanderstrecke zurück zu den geparkten Autos.

 

Da diese Wanderung bei allen Wanderfreunden eine große Begeisterung auslöste, wurde gleich für 1969 die nächste Zweitageswanderung geplant. Und so ging es dann Jahr für Jahr an jedem 3. Wochenende im Oktober nach Niedersfeld. Die Ausgangspunkte der Wanderungen wurden rund um Niedersfeld festgelegt, so dass immer gute Tagesstrecken erwandert werden konnten. Die Anfahrten mit Pkws waren von Geseke aus dementsprechend mal sehr weit – aber auch kurz. So haben die Geseker in den vier Jahrzehnten das „wanderbare“ Hochsauerland kennen und lieben gelernt.

 

Die Beteiligung an Wanderfreunden nahm ständig zu, im Durchschnitt der Jahre kam man auf 30 Personen, Rekordbeteiligung war im Jahr 1977 mit 43 Wanderern. Das Wanderheim war ausgebucht, es mussten 8 Personen in der Nachbarschaft untergebracht werden. Die hohe Beteiligung an Wanderfreunden kam auch dadurch zustande, dass die Wanderung als bezirksoffene Wanderung ausgeschrieben wurde. Viele Wanderfreunde von den Nachbarabteilungen Bad Sassendorf, Büren, Lippstadt, Soest und Belecke schlossen sich den Gesekern an.

 

Das Ski- und Wanderheim war in den ersten Jahren sehr einfach für Wanderer eingerichtet. Oben im Dachgeschoss gab es zwei große Schlafsäle mit quietschenden Doppelbetten, Schlafsäcke mussten mitgebracht werden. Die Waschräume und Toiletten waren drei Treppen tiefer im Keller. Da der große Durst der Wanderer gestillt werden musste, gab es natürlich nachts im Treppenhaus regen Gegenverkehr, die einen mussten runter, die anderen wollten wieder rauf in ihre Betten. Offiziell war laut Heimordnung 22 Uhr Bettruhe angeordnet. Die „Bar“ wurde geschlossen, aber ein zünftiger Wanderer hat ja einen Rucksack, da ist immer noch was zu finden. Und so gab es mal eine heikle Episode. Nachdem oben der Lärm nicht verstummen wollte, kam die Hüttenwirtin lautstark schimpfend nach oben, zwei starke Wanderfreunde wollten sie „Hochleben lassen“, fassten sie und hoben sie mit einem kräftigen Ruck in die Höhe – allerdings genau unter den Türpfosten. Totenstille, die Wirtin war stumm vor Schmerz - die Wanderer vor Schreck! Am anderen Morgen beim Frühstück war alles wieder vergessen.

 

Auch bei den vielen interessanten Wanderungen gab es immer wieder schöne Überraschungen. Als Wanderfreund Anton Ruhr nicht mehr mitwandern konnte, ließ er sich immer etwas Besonderes einfallen. Einmal hat er der gesamten Gruppe auf der Hochheide ein tolles Büfett bereitgestellt. Ein anderes Mal überraschte er an der Ruhrquelle in ähnlicher Form, ihm fiel immer etwas Tolles ein. Sein Rucksack war stets eine wahre Fundgrube.

 

Auch gab es einmal über den Treffpunkt verschiedene Meinungen. Dem betreffenden Wanderfreund war telefonisch mitgeteilt worden: Treffpunkt ist an der Kirche St. Michael in Petersborn; eine genaue Beschreibung – es gibt dort zwei Kirchen – wollte der Wanderfreund gar nicht hören, die brauche er nicht, er kenne sich ja gut aus, war die Antwort. Und es kam, wie es kommen musste: der Wanderfreund stand prompt an der falschen Kirche und hatte so die Wanderung verpasst.

 

Auch das Wetter soll hier kurz geschildert werden. Alle Varianten haben die Wandersleut in den vielen Jahren genossen oder ertragen -  Bilderbuchwetter oder Regen an  beiden Tagen. Ein Jahr waren bunte Herbstwälder über Nacht mit Schnee überzuckert, ein selten schöner Anblick bei strahlendem Sonnenschein. Die Temperaturen waren im tiefen Keller, einige Wanderfreunde haben ihre Schlafanzüge zu wärmendem „Drunter“ umfunktioniert.

 

Und so verging Wanderjahr um Wanderjahr. In den Jahren 1989, 1990 und 1992 mussten die Wanderer auf den „Emmerweg“ ausweichen, da das Wanderheim in Niedersfeld verkauft werden sollte und Umbauten bzw. Renovierungsarbeiten anstanden. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, im Oktober 1991 folgten die Geseker einer Einladung von Wanderfreunden aus Rudolstadt/Thüringen zu einer deutsch – deutschen Wanderung auf einem Teilstück des Rennsteigs.

 

In den zwei darauf folgenden Jahren ging es wieder immer am 3. Wochenende nach Niedersfeld, von Anfang an – also seit 1968 unter der bewährten Wanderführung von dem damaligen Vorsitzenden Johannes Rudolf.

 

Ab 1995 wurde dann die Zweitageswanderung durch die Wochenwanderung (6 Tage) abgelöst und auf Anfang Oktober vorverlegt, da jetzt der 3. Oktober ein Feiertag ist. Unter Führung von Anton Hoinkhaus wurde das Hochsauerland mit vielen neuen Wanderfreunden erwandert – Standquartier war immer das alte Wanderheim Niedersfeld, das unter „Waldhaus Hochsauerland“ von den neuen Eigentümern Hildegard und Wilhelm Rosenstengel fortgeführt wird. 1998 wurde von den Eheleuten Rosenstengel im Beisein der Geseker Wanderfreunde ein Zimmer auf den Namen „Geseke“ getauft. Ein schönes Namensschild an der Tür und mehrere Bilder von der Stadt Geseke zieren das Zimmer. Und heuer werden zur Jubiläumswanderung unter der Führung von Wanderfreund Johannes Unterhalt wieder interessante Wandertage im herrlichen Sauerland angeboten.

 

Diese immer sehr interessanten und lehrreichen Wanderungen nach Niedersfeld der letzten vier Jahrzehnte waren stets eine Bereicherung des Wanderjahres der SGV-Abt. Geseke.

Frisch auf!

 

Rückblick auf den 108. Deutschen Wandertag in Fulda und der Rhön

vom 27.6. bis 28.6.2008

 

Von: Margret Lappe

 

Die große Gemeinschaft der Wanderer traf sich in diesem Jahr in Fulda zum 108. Deutschen Wandertag und feierte das 125-jährige Jubiläum des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine. Beim Deutschen Wandertag stellt sich in jedem Jahr eine andere Region vor und fördert auf diese Weise auch den Wandertourismus.

 

Die SGV Abt. Geseke war beim Deutschen Wandertag stark vertreten. Die „Junge Familie“ verbrachte mit insgesamt 10 Erwachsenen und 10 Kindern drei erlebnisreiche Tage in der Jugendherberge Oberbernhards. Am Freitagmorgen ging es bereits mit einer 4-stündigen sehr interessanten und kurzweiligen Stadtführung durch Fulda los. Die Nachtwanderung um die Milseburg mit Fackeln und spannenden Geschichten war die Krönung des Tages. Am Samstag schloss sich eine wunderschöne Wanderung rund um Batten an. Ein Höhepunkt war das Grillen an der Rhönklub Hütte, Gegrilltes und Kaltgetränke wurden genossen.

 

Am Sonntag traf sich die „Junge Familie“ mit 18 Wanderfreunden der Geseker Seniorenabteilung, um gemeinsam an dem farbenprächtigen Festzug teilzunehmen. Hieran beteiligten sich etwa 25.000 Wanderer aus ganz Deutschland.

Insgesamt waren zum Festzug rd. 150.000 begeisterte Menschen gekommen. Für alle war das ein ganz besonderes Erlebnis. Bundespräsident Horst Köhler war Schirmherr dieses Wandertages und nahm am Samstag an der traditionellen Wanderung teil, die zum Kreuzberg führte. Bei dieser Wanderung hatte das Ehepaar Rudolf das besondere Vergnügen, mit dem Ehepaar Köhler einige Worte wechseln zu können.

 

Rückblick auf die Tageswanderung im Almetal

am Sonntag, 13.01.2008

 

Von: Ignatz Lappe

 

Zur ersten Tageswanderung im neuen Jahr starteten 7 SGVer und eine Gastwanderin ins Almetal. Um 10 Uhr fuhren wir mit zwei Pkws zunächst zum Parkplatz am Tudorfer Weg in der Gemarkung „Mackeloh“, dem Ausgangspunkt der  Wanderung.

 

Bei kühler aber sonniger Witterung wanderten wir über den Hauptwanderweg X 15 um das Flughafengelände herum ins Almetal. Der Blick über das Tal auf die imposante Burg und den Ort Wewelsburg mit der Eisenbahnbrücke im Vordergrund ist eine richtige „Postkarten-Idylle“ und erfreute unser Herz.

 

Auf dem Grillplatz in den Almeauen machten wir Mittagsrast.

 

Anschließend ging es dann auf dem Almeradweg weiter bis zum Ortseingang von Tudorf. Hier verließen wir das Almetal. Durch die Gemarkung „Großer Lohn“ und weiter über den Tudorfer Weg erreichten wir gegen 16 Uhr wieder unseren Ausgangspunkt.

 

Alle Teilnehmer waren sich einig: Diese ca. 19 km lange Wanderung war ein guter Start ins Wanderjahr 2008.