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Wanderwoche
vom 4. bis 9. Oktober 2004 im Hochsauerland
Teilnehmer/innen:

Anton Hoinkhaus
Maria
Ruhmann
Adolf Gottbrath
Marie-Luise und Hermann Tilles
Johannes
Unterhalt
Margret Lappe
Unter der bewährten Leitung von Anton Hoinkhaus
erkunden 7 Wanderfreunde vom SGV Geseke eine Woche lang die nähere
und weitere Umgebung von Niedersfeld im Hochsauerland. Standquartier
ist nun schon zum 36. Mal das gemütliche "Waldhaus
Hochsauerland" der Eheleute Rosenstengel in Niedersfeld. Daran
sieht man, dass sich die Geseker Wanderer hier sehr wohl fühlen.
Da ich erst ab Donnerstag mitgewandert bin, werden
die Wanderrouten der ersten drei Tage nur kurz erwähnt. Die
Erlebnisse von Donnerstag bis Samstag habe ich jedoch ausführlich
festgehalten.
Ich wünsche meinen Wanderfreunden/innen beim Lesen
viel Spaß und angenehme Erinnerungen.
Montag, 4.10.
Gegen Mittag kommt die Wandergruppe in Niederfeld
an. Der bunte Herbstwald ist wunderschön. Nach einer Pause am
Hillestausee folgt bei sonnigem Herbstwetter eine Wanderung über den
Rimberg.
Dienstag, 5.10.
Heute wird über den Burbecker Platz zum Langenberg
gewandert. Hier, am höchsten Punkt Nordrhein-Westfalens, erneuern
Maria und Anton ihr Treuegelöbnis, das sie sich vor einem Jahr an
gleicher Stelle gegeben haben. Anschließend geht es über die
Hochheide und Hildfeld zurück nach Niedersfeld.
Mittwoch, 6.10.
Für heute ist eine Wanderung von Winterberg zum
Kahlen Asten geplant. Mit dem Bus will man nach Winterberg fahren und
dann loswandern. Daraus wird nichts, weil die Wandergruppe an der
falschen Haltestelle auf den Bus wartet. Für den Wanderführer Anton
ist das kein Problem, er studiert kurz die Wanderkarte und über
Hildfeld, vorbei am "Toten Mann", geht es über den
Rothaarsteig zur Hochheide und zurück.
Donnerstag, 7.10.
Kurz vor 9 Uhr fahren wir mit dem Bus - kostenlos
mit der Sauerland Card - Richtung Winterberg Pforte. Dort steigen wir
um in den Bus Richtung Schmallenberg. An der Haltestelle Nordhang
Kahler Asten beginnt auch gleich unsere heutige Wandertour.
Zunächst führt unser Wanderweg durch die Fußgängerzone
von Winterberg. Hier erstehe ich die vergessene Haarbürste, mein
Frisurproblem ist damit erledigt. Am Kurpark geht es steil bergab in
die "Klamm von Winterberg". Die Wanderung durch die
sonnendurchflutete Schlucht am frühen Morgen ist wunderschön. Weiter
geht es durch das liebliche Helletal.
Heute ist so ein richtiger Alt-Weiber-Sommer-Tag.
Sonnenstrahlen fallen durch den bunten Herbstwald, Spinnweben hängen
in der Luft, das Laub raschelt bei jedem Schritt. An solch einem Tag
spürt man die Schönheit und die Kraft der Natur besonders intensiv.
Die Mittagspause machen wir auf Baumstämmen in der
Sonne, bewundern das wunderschöne Wolkenspiel und genießen den
herrlichen Blick auf Winterberg. Wir wandern weiter bis zur
Ruhrquelle. Nach einem steilen Anstieg erreichen wir den Grenzstein
Winterberg / Elkeringhausen / Grönebach.
Wir folgen dem St. Jakobus Pilgerweg bis zum
Parkplatz Wagenschmier. An dem Eingangsportal, einer viereckigen Holzsäule
mit dem liegenden R, erkennen wir, dass dies einer der typischen
Rothaarsteig-Rastplätze mit den hohen Tischen und den Bänken mit den
erhöhten Sitzflächen ist. Hier kann man beim Essen und Trinken ganz
entspannt Seele und Beine baumeln lassen.
Bei Küstelberg bestaunen wir die 504 Jahre alte
Linde, deren Stamm wir mit fünf Personen umfassen. Alte Bäume sollen
ja ihre Kraft auf Menschen übertragen können, und so holen wir uns
hier die Kraft für den Rest des Weges.
Fröhlich wandern wir weiter. Es folgt ein leichter
Anstieg am Waldesrand vorbei an Wiesen mit braunem Sauerländer
Jungvieh und einem Acker, den ein Bauer umpflügt. An der Farbe der
Furchen können wir erkennen, wie schnell Wind und Sonne doch den
Boden austrocknen.
Wir verlassen den Rothaarsteig und steigen ab nach
Hildfeld. Nach einer Kaffeepause im Heidehotel Hildfeld wandern wir am
Heidedorf vorbei nach Niedersfeld. Kurz vor Niedersfeld blicken wir
auf den Hillestausee. Die untergehende Sonne und die Bäume spiegeln
sich in dem See wider, welch ein stimmungsvoller, friedlicher Anblick.
Wir genießen das von Frau Rosenstengel schmackhaft
zubereitete Abendessen. Nach einigen Bieren bzw. Gläsern Rotwein
klingt dieser wunderschöne Tag aus.
Freitag, 8.10.
Die musikalische Frage, ob der alte Holzmichl noch
lebt, wird heute Morgen beim Frühstück geklärt. Herr Rosenstengel
dreht die Musikanlage voll auf und es dröhnt auf uns herab: Ja er
lebt noch, lebt noch .........! Insbesondere Maria wird putzmunter und
jubelt im Sitzen mit erhobenen Händen dem Holzmichl zu.
Heute wollen wir den Rothaarsteig von Schanze bis
zum Kahlen Asten erwandern.
Da der Einstiegsort Schanze nicht mit dem öffentlichen
Bus zu erreichen ist, bringt uns Herr Rosenstengel mit seinem Kleinbus
nach Schanze. Schon die Anfahrt durch das liebliche Sorpetal ist ein
Genuss.
Zunächst geht es bergauf über den Grenzweg
Richtung Heidenstock, Friedensquelle, Albrechtsplatz, Langewiese zum
Kahlen Asten. Der leicht bewölkte Himmel hellt sich bald auf. So
haben wir immer wieder wunderschöne Ausblicke ins Hochsauerland. Hier
erkennen wir, warum das Sauerland das Land der 1.000 Berge genannt
wird. Wir erfreuen uns an Ausblicken auf die vielen Berge mit den
riesigen grünen Tannen-/Fichtenwäldern, die immer wieder
unterbrochen werden von großen Laubbaumflächen, die jetzt in
herrlicher Laubverfärbung leuchten.
Wir erreichen Hoheleye und erfreuen uns auch hier
an dem Rundblick ins Schmallenberger Land, zum Kahlen Asten sowie zur
Ziegenhelle im Wittgensteiner Land. Aus den Tälern steigt Dunst auf,
so entsteht eine geheimnisvolle Stimmung. Bei einem Blick über einen
Laubwaldflecken inmitten von Tannenwald gerät Adolf in Verzückung.
Er kann kaum der Versuchung widerstehen, den Wanderführer Anton zu küssen.
Die Mittagspause machen wir in Langewiese auf einer
Rothaarsteig-Liege sowie auf Bänken. Wieder genießen wir den
herrlichen Rundum-Blick. Von Lenneplätze aus blicken wir auf
Neuastenberg. Auch hier fasziniert uns das wunderschöne Wolkenspiel.
Die dunkle Wolke über Neuastenberg betont den Ort gegenüber den
helleren Wolken der Umgebung mit dem milchigen Horizont, welch ein
Schauspiel der Natur! Nach einer kurzen Pause an der Lennequelle
wandern wir stetig bergan durch Heidegebiet Richtung Astenturm. Im
Restaurant "Astenturm" kehren wir ein. Neugierig verfolgen
wir durch die Glaswand im Nebenzimmer eine Hochzeitsfeier. Die
Kellnerin weint tatsächlich vor Rührung. Johannes kommentiert in
seiner speziellen Art die Vermählungszeremonie. Bevor wir unangenehm
auffallen, machen wir uns lieber auf den Weg.
Wir steigen Richtung Winterberg ab. Über den
wunderschönen Philosophenweg am Standrand erreichen wir die
Haltestelle Pforte. Der Bus 33 bringt uns ganz bequem zurück nach
Niedersfeld.
Samstag, 9.10.
Etwas wehmütig nehmen wir unser letztes Frühstück
ein. Herr Rosenstengel überreicht jedem von uns zur 36.
Niedersfeld-Wanderung ein Sahnelikörfläschchen. Darüber freuen wir
uns natürlich sehr.
Nach dem Frühstück übergibt Anton die Wanderführung
an Johannes. Heute wollen wir von Bestwig aus durch das Valmetal
Richtung Ramsbeck wandern. Bei strahlendem Herbstwetter verlassen wir
Niedersfeld Richtung Ramsbeck. Je weiter wir uns von Niedersfeld
entfernen, um so nebliger und diesiger wird es. Ach, wären wir doch
in Niedersfeld geblieben! Liegt dieser Wetterwechsel an unserer neuen
Wanderführung?
Wir lassen uns jedoch nicht beirren und marschieren
in Bestwig über die A 8 Richtung Andreasberg los. Der Nebel löst
sich schnell auf. Johannes führt uns durch das wunderschöne Valmetal.
Wir laufen entlang der Bilmecke bis Heringhausen vorbei an großen Flächen
mit Tannenkulturen. Wir beobachten, wie kleine Tannen in Behälter
gesetzt und verladen werden.
Mittagsrast machen wir bei herrlichem Sonnenschein
auf Baumstämmen. Resteverzehr ist angesagt, eine leichte
Abschiedsstimmung ist zu spüren. Nach einen kleinen Schlenker geht es
über den Valmeweg zurück zum Auto. Im Cafe CC in Rüthen lassen wir
bei Kaffee und Kuchen den Tag ausklingen.
Wieder ist eine erlebnisreiche, wunderschöne
Wanderwoche zu Ende gegangen. Der Wettergott hat es gut mit uns
gemeint. Bei klarer Luft, strahlend blauem Himmel und optimaler
Fernsicht in das Hochsauerland haben wir die Natur genossen. Die
Herbstsonne färbt manchen Wanderweg zum "goldenen Weg" um.
Wir haben insgesamt 116 km genussvoll erwandert, davon ca 30 km auf
dem Rothaarsteig von der Hochheide bis Schanze.
Wir bedanken uns nochmals
ganz herzlich bei Anton für die Organisation und die hervorragende
Wanderführung und hoffen, auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam in
und um Niedersfeld wandern zu können. Ganz sicher werden wir auch im
37. Jahr wieder neue Wege entdecken.
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